Dienstag, 17. Januar 2017

IMM Cologne


Wer noch beruflich dort hin muss,
oder sogar freiwillig privat gucken geht....:
Es wird noch so aussehen, wie vor fünf Jahren.


Los geht´ s in einer imaginären Kleinstadt am Niederrhein – nennen wir sie Geldern –
mit dem ebenso imaginären Ziel Möbelmesse Köln.

Wenn viele Bekloppte (incl. mir) in eine Richtung wollen , ist mir lieber, es sitzt nur einer am Steuer, darum wähle ich die Bahn als Transporter.

8.00 Uhr am Bahnhof zu sein ist human, wären da nicht diverse Handicaps: Ich bin grippig und durch einen Migräne-Flash am Vorabend hoch sensibilisiert für Licht und jede Form von Geräusch.
Ein Kran hievt mich aus dem Bett. Das Frühstück besteht aus starkem Kaffee, Kippen und einer handvoll Pillen, die den Probanden 8 Stunden rotzefrei halten sollen.
Das Reisegepäck ist schnell verstaut. Kamera, Tele für die Stände mit dem „nicht fotografieren“ -Schild, eine gebundene Ausgabe von T.C. Boyle für 3 Stunden Zugfahrt, Notizbuch, der Schokoriegel für Unterzuckerungsnotfälle, diverser Kleinkram wie jede Menge Taschentücher, insgesamt ein halber Rucksack Material.

Auf dem Bahnsteig begrüßt mich ein derber Wind, ich befürchte den restlichen Tag mit
Howard Carpendales Frisur zu verbringen.
Der Zug ist pünktlich, nicht zu voll und sogar geheizt.
Umsteigen in Krefeld, der Zug ist brechend voll feuchter Pendler, das Klima erinnert mich
spontan an eine geschlossene Primatenabteilung.
Die 10 wichtigsten Virenstämme haben sich hier versammelt, um sich in die 10 kommenden, wichtigsten Virenstämme zu verwandeln.
Ich werde versuchen, eine Stunde nicht zu atmen.

Immerhin ergattere ich einen Sitzplatz und schaffe 30 Seiten Boyle, bevor mich ein Schutzreflex davon abhält, dem Typ zwei Sitze weiter mit dem Buchrücken das Nasenbein zu brechen. Nicht mal seine Begleitung scheint die müde Geschichte zu interessieren, die er da über den halben Zug verteilt.
Die letzten 10 Seiten werde noch mal lesen müssen.

Köln Deutz, ein Katzensprung bis zur Messe. Ich will zurück in mein Bett.
Nach den ca. 40 Stufen rauf bis zum Eingang Süd erwarte ich die Titelmusik von „Rocky I“.

17,- Eintritt, Jacke abgeben? Besser nicht.
Auf dem kompletten Gelände herrscht Rauchverbot, man darf trotz gültigen Tickets nicht kurz raus und dann wieder rein. Ich fühle mich benachteiligt und werde vorsichtshalber nervös.
8 Hallen mit 1200 Ausstellern – auf geht’s.



Warten auf den Funken, die eine Szene, die den nächsten Stunden den gewissen Touch gibt.
Flow.

Nach 30 Metern die erste griffige Nummer: Kein Schwein weit und breit aber ein Haufen Anordnungen.

Jetzt nur nicht auf der falschen Fährte bleiben.
Nach einer Stunde schlendern bin ich nass geschwitzt, packe kurzerhand die Joppe, die ich unter der Jacke trage, in den Rucksack, der daraufhin aussieht, als hätte ich einen Medizinball dabei. Und sich mit Buch und Tele und einigen Werbeprospekten auch so trägt.
Langsam brauch ich ´ne Fluppe, ein sicheres Zeichen für die aufkommende Langeweile.

Es ist nichts zu sehen, was mich auch nur minimal inspiriert, ankickt, anschreit, in die Seite knufft.
Hier und dort eine mutige Farbe, eine sehr geschmeidige Form, immer gepaart mit einem Herrn, der einen möglichst unauffällig beobachtet, wenn man im Vorbeigehen die Geschwindigkeit reduziert.
Das Tele hätte ich mir sparen können; die Produzenten, die das „Nicht fotografieren- Schild“
ausliegen haben, sind zu 90 Prozent die mit den durchschnittlichsten Produkten.

Auf dem Weg in die nächste Halle, ich bekomme Hunger. Ein belegtes Brötchen und der schlechteste Kaffee der Welt für 6,80 Euro.
Während ich kaue, mache ich die Entdeckung des Tages: 50 Meter rechts ist ein Schleusenausgang zur nächsten Halle. Dort steht nicht nur eine freundliche Dame, die Schirme für den ungemütlichen Weg verteilt sondern auch ein Haufen Raucher!
Halleluja!
Die Schleusentore sind mehr auf als zu, der Regen fegt herein, verwirbelt sich mit der Abluft der Klimaanlage zu einem satten Gemisch aus Legionärskrankheit und Tabakqualm.
Ich fühl mich gut aufgehoben.

So gegen 14.00 Uhr stelle ich fest, dass die beeindruckendsten Design – Ideen sich hinter den Ständen befinden.

Gerade als ich beschließe, meine Tour ausklingen zu lassen, läuft mir mein Auftraggeber über den Weg. Also, die Wahrscheinlichkeit hätte ich gerne mal ausgerechnet!
Wir essen einen Happen an einem Stehtisch, auf Barhockern sitzend, die sich irgendein Schwachkopf ausgedacht hat. Um nicht herunterzurutschen, muss man seine Füße um eine Stange schlingen, die als Fußstütze schlicht komplett ungeeignet ist. Mir fällt auf der Stelle Mr. Bean ein.
Es tut gut über die anderen Besucher zu lästern, z.B. die Lehrer, die alle im selben Lehrerverkleidungsgeschäft eingekauft haben, oder die duften Typen, die den Schal auf die für Männer neue Art tragen: Beide Enden durch die entstehende Schlaufe schieben.
Leute, steckt euch doch gleich noch so´ n Cocktail-Schirmchen in ´s Resthaar !

Für heute reicht´ s, noch 30 Minuten, bis der Zug kommt.
Schnell noch pinkeln.
Damit es noch mehr nach Pisse riecht, hat ein cleverer Geschäftsmann diese Idee gehabt:



Mein untrüglicher Orientierungssinn bringt mich sicher zum Ausgang. Leider ist es der
Ausgang Ost!
Da ich mittlerweile die Joppe wieder unter die Jacke gezogen habe, bringt mein unauffälliger Spurt zum Bahnhof durch den Ausgang Süd meine Körpertemperatur auf 40 C.
Halb so wild – der Bahnhof Deutz ist so konstruiert, das Scott und Amundsen sich zuhause gefühlt hätten. Ein steifer Nordost verlangt den Wartenden einiges ab und kühlt mich auf 30 C runter.

Kurz bevor der Zug einfährt, sehe ich aus dem Augenwinkel einen hünenhaften Kerl erscheinen. Geschätzte 110 Kilo auf etwas über 2 Meter verteilt und kein Gramm Fett, dazu eine auffallend bunte Jacke und Bürstenhaarschnitt.
Alles in allem wie der schmerzunempfindliche Riese aus den Stieg Larsson – Verfilmungen, nur 20 Jahre jünger.
Der erste Gedanke bei mir (und den Umstehenden):“Hoffentlich setzt der sich nicht neben mich!“
120 Passagiere steigen aus, 150 steigen ein, wer peilt den freien Platz neben mir an?
Die Wahrscheinlichkeit hätte ich dann bei der Gelegenheit auch gerne mal ausgerechnet.
„Passt schon“ sagt er, während ich meinen Rucksack evakuiere und setzt sich hin, ohne mich auch nur ganz leicht zu berühren. Respekt.

Mein letzter klarer Gedanke ist, dass erstaunlich viele Leute in Dormagen aussteigen.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Budenzauber

Ist ja nicht so,
das ich nicht glauben würde.

Das George Michael an Weihnachten stirbt,
macht mich aber stutzig.

Eigentlich ist das ein Top-Gag.

Wäre er vierundneunzig geworden.

 



Montag, 19. Dezember 2016

Überzeugungstäter

Den Samstagabend verbrachte ich mit Herrn Zett.

Er arbeitet stundenweise in einer Firma,
die Zeitungbeilagen zuordnet und anderes Druckwerk
in der Welt verteilen.
Was jetzt kommt, ist nicht erfunden:

Letzte Woche wurden einige Paletten mit einer christlichen Zeitung geliefert.
Diese sollten in handlicheren Portionen weiter geleitet werden,
mussten aber noch warten, weil der Segen fehlte.

Aus der 60 Kilometer entfernten Stadt kam ein Geistlicher gefahren,
im Schlepptau einen Pastor aus Afrika.
Nach kurzer Betriebsführung und Gespräch mit dem Chef,
geleitete Herr Zett das Duo in die Halle mit den Zeitschriften.
Er erwartete, dass nun ein Weihwasserpömpel einmal
senkrecht und waagerecht geschwenkt würde, ggf.
gespickt mit einem Gebet (was ja schon grotesk genug wäre).
Aber nix da.
Nach einem Kreuzzeichen an sich selbst,
breitete der Mann Gottes die Arme Richtung Paletten aus
und murmelte, höchst konzentriert, beschwörend  vor sich hin.
Das sah aus wie " Nicolas Cage in einem Zaubererfilm!"
Er verharrte so für ZEHN Minuten!

Der Afrikaner hielt sich dezent im Hintergrund.
Herr Zett hätte es nicht weiter gewundert,
wenn sich die Paletten 20 cm vom Boden erhoben hätten.

Nachdem der Spuk vorbei war,
verabschiedete sich der Afrikaner  bei Herrn Zett
mit einem breiten Grinsen und einem "thumbs up"- Zeichen.

Die Paletten wurden dann entladen, ein kleiner Stapel
wurde mit einem überzeugten "HALLELUJA" von Herrn Zett
in Richtung Büro transportiert.

Nachdem alle Zeitschriften verteilt/verschickt waren,
ging Herr Zett erneut ins Büro, um sich zu erkundigen,
was mit den leeren Paletten geschehen soll -
schließlich seien die ja auch gesegnet
und ob man die kaputte Palette anständig bestatten müsse.

Freitag, 16. Dezember 2016

Roter Schwamm

Beim Lesen dieses posts aus  JULiANEs Welt :
http://misanthropinwiderwillen.blogspot.de/2016/12/borsenbericht-kandidat-0-herr-reinlich.html
fiel mir eine Geschichte von früher ein.

1991 waren meine Frau und ich noch kein Paar, aber schon schwer verknallt.
Sie besuchte mich,wir verbrachten den ganzen Tag zusammen,
kochten gemeinsam, sie blieb über Nacht bei mir.
Ich mußte am nächsten Morgen früh raus, meine Frau mußte erst spät los.

Abends kam ich nach Hause, wir telefonierten.
Während des Gespräches sah ich, dass der ganze Spülberg weg war
und bedankte mich ganz herzlich.

Dann sah ich den Schwamm auf der Spüle
und fragte (eher pro forma), mit welchem Schwamm sie gespülte hatte.
" Mit dem Roten,der da lag."

Ich hätte da vorher einen Zettel dran machen sollen:
"Achtung, der rote Schwamm ist ausschließlich
für das Katzenklo."

Mittwoch, 9. November 2016

Bohar Amis !

Man möchte euch die Ohren lang ziehen!

Jetzt wird er nicht nur den Damen
ungebeten unter den Rock greifen,
sondern euch allen.
Congrats!

PS: Kanada ist nicht weit genug.

PSPS: Gedankenhüpfer....Du hast 50 Pfennig bei mir gut.

Dienstag, 8. November 2016

Badesalz, Waldangst, doofe Ideen

Falls die Versprechen auf den Badezusätzen funktionieren:
"sorglos ausgelassen"
"Herzenswunsch"
"Gelenkewohl"
etc.
hätte ich da noch Wünsche:
"schneller Parkplatz finden"
"seltener Staubsaugen"
"nicht JEDEN Morgen ballaballa aufwachen"

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Kein Wunder, dass Leute früher im dämmerigen Wald
Angst vor Hexen und Co. hatten.




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Doofe Ideen sind ua. den letzten Gedanken vor dem Tod aufschreiben zu wollen,
oder den Türschlossenteiser im Handschuhfach zu deponieren.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Dienstag, 13. September 2016

Augenschmaus

Im Juli 2011 gab es schon einen ähnlichen post,
aber nicht mit den kompletten Scheußlichkeiten
des Jahreswechsels 1969/70...












 Mindestens die Hälfte des auf den letzten sechs Bildern
gezeigten Materials, befanden sich bei uns in  Familienbesitz.
Vielleicht war ein Teil davon auch von der Kirmes.










 Das mtl. Einkommen betrug 990.- DM brutto (1969)




 Hömma! Wer soll den das ganze Gerödel aufhängen,waschen,etc ??





 Hähnchen aus der Dose! *würg*



Eigentlich wollte ich nix zum anziehen zeigen,
aaaaaaaaber.....:
Wer etwas mehr Kohle springen lassen und
Lieblingsvatti der Woche werden wollte :

OUTLAW Adam ??
Und wo ist eigentlich Hop Sing ?





Dienstag, 30. August 2016

Montag, 22. August 2016

Kleine Ausbeute

Wenn man Sonntag morgens noch recht angedengelt und eingeschränkt
von Samstag abends
am Esstisch sitzt und auf den Baumstamm in der Mitte gafft,
oberhalb von den gelben Stangen,
dann fällt einem nach diversen Minuten auf,
dass sich das durchscheinende Dach oberhalb der waagerechten Stange,
in Farbe,Form und Aufteilung durchaus
mit dem Rosenbusch messen kann.

Was gibt es noch so?
Ich glaube,der Hund schminkt sich heimlich.

Zudem hätte ich mit dem Beinahekauf eines Bildtelefons
fast den Beinaheanschluß an gängige Technikstandards erlangt.